Kriminalität 2025 – Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) Kanton St.Gallen

Die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 liegt vor. Die Gesamtkriminalität ist gegenüber dem Vorjahr wieder leicht angestiegen. Im Vordergrund der Zunahme stehen unter anderem Einbruch- und Einschleichdiebstähle. Abgenommen haben Raubüberfälle, Delikte gegen Leib und Leben sowie Cyberdelikte. Die Aufklärungsquote über alle Straftaten konnte leicht verbessert werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse der polizeilichen Kriminalstatistik des Kantons St.Gallen 2025 können wie folgt zusammengefasst werden:

Die Gesamtkriminalität im Kanton St.Gallen ist im Jahr 2025 gesamthaft um gut 6% auf Total 32’824 Straftaten gestiegen.

Die Anzahl der Delikte gegen das Strafgesetzbuch haben dabei um 2% zugenommen.

Regional betrachtet sind in der Stadt St.Gallen, der Region Werdenberg-Sarganserland und der Region Fürstenland-Neckertal ansteigende Zahlen zu beobachten, während in den Regionen Linthgebiet-Toggenburg und Bodensee-Rheintal ein leichter Rückgang der Zahlen zu verzeichnen ist.

Schwere Gewaltdelikte (dazu zählen unter anderem Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen und Vergewaltigungen) haben um 2% leicht abgenommen.

Die Gewalttaten insgesamt haben ebenfalls leicht um 4% abgenommen.

Im Jahr 2025 waren drei vollendete Tötungsdelikte und 19 versuchte Tötungsdelikte zu verzeichnen.

Delikte gegen das Vermögen sind insgesamt praktisch unverändert geblieben.

Angestiegen sind insbesondere Einbruchs- und Einschleichdiebstähle, während Betrugsfälle und Raubüberfälle markant abgenommen haben.

Erstmals seit der Einführung der Erfassung von digitaler Kriminalität haben die Zahlen abgenommen. Der Rückgang aller Cybercrime-Delikte beträgt 12%.

Die Sexualdelikte haben insgesamt um 15% abgenommen.

Angestiegen sind hingegen Vergewaltigungen (+38%) und Fälle von sexuellen Handlungen mit Kindern (+30%).

Die Anzahl der Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel sind gegenüber dem Vorjahr um 19% angestiegen.

Hate-Crime-Delikte sind zurückgegangen. Die meisten Fälle entfallen auf Delikte, begangen aufgrund der Herkunft/Ethnie.

Die Aufklärungsquote über sämtliche Delikte liegt bei rund 55% und somit um 2% höher als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote bei den Delikten gegen das Strafgesetzbuch beträgt unverändert 46%.

Sämtliche vollendeten und mit einer Ausnahme auch die versuchten Tötungsdelikte des Jahres 2025, sind polizeilich gesehen geklärt.

Ausländerkriminalität

Der Ausländeranteil der Beschuldigten im Bereich der Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch ist 2025 gegenüber den Vorjahren praktisch gleichgeblieben und liegt bei 58%. Der überwiegende Anteil betrifft dabei die ausländische Bevölkerung mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz.

Eine hohe Ausländerbeteiligung fällt vor allem bei den schweren Gewaltdelikten und insbesondere bei den Tötungsdelikten, den schweren Körperverletzungen sowie den Raubüberfällen auf, wobei auch hier die ständig in der Schweiz wohnhafte ausländische Bevölkerung den grössten Anteil der Täterschaft bildet.

Auch bei den Diebstählen ist die Beteiligung ausländischer Straftäterschaft hoch. Fast ¾ aller Diebstähle wird von einer ausländischen Täterschaft begangen. Dabei ist die Zahl von beschuldigten Asylbewerbenden und beschuldigten ausländischen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz praktisch gleich.

Die Zahl der Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) ist geringfügig zurückgegangen. Der grösste Anteil dieser Straftaten entfällt dabei nach wie vor auf den Tatbestand der rechtswidrigen Ein- und Ausreise.

Kriminalpolizeiliche Erkenntnisse

Das Jahr 2025 ist kein Jahr steigender Schwerkriminalität, sondern ein Jahr steigender Einbruchs- und Einschleich-Kriminalität und zunehmender Betäubungsmitteldelikte. Die Gesamtzunahme der Straftaten wird primär durch das Wachstum im Nebenstrafrecht (Betäubungsmitteldelikte, übrige Bundesnebengesetze sowie kantonale Gesetze) getragen.

Nach wie vor ist es zugunsten des Sicherheitsgefühls der breiten Öffentlichkeit eminent wichtig, die schweren Gewalttaten aufzuklären – was gemessen an der Aufklärungsquote gelingt. Hier setzt die Kantonspolizei St.Gallen einen operativen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Dies setzt ein enormes personelles Engagement und ein hohes Know-how beziehungsweise eine bestmöglich ausgestattete IT-Infrastruktur zur Datensicherung, -auswertung und -analyse mit entsprechender Schwerpunktsetzung voraus. Gerade diese Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Bekämpfung der Schwerkriminalität sind angesichts der bevorstehenden Sparmassnahmen gefährdet – weshalb in den nächsten Jahren mit einem Sinken der Aufklärungsquote zu rechnen sein wird, sowohl generell als auch im Bereich der Schwerkriminalität.

Künftige Herausforderungen

Moderne Deliktsformen funktionieren heute so, dass insbesondere Cyber- sowie serielle und mobile Kriminalität oftmals geringe individuelle Schadenswirkung hat, jedoch hohe Fallzahlen aufweist. Hinzu kommt die Globalisierung: Polizeistrukturen sind kantonal und national organisiert, moderne Kriminalität jedoch transnational. Dies führt zu Koordinations- und Zuständigkeitsherausforderungen. Daneben erhöht die technische Komplexität zusätzlich den Ermittlungsaufwand massgeblich.

Die dargestellten Entwicklungen verdeutlichen die aktuellen Herausforderungen der heutigen Strafverfolgung. Sie zeigen, dass Anpassungen in Struktur, Prioritätensetzung und Zusammenarbeit erforderlich sein werden. Ein verstärkter Fokus auf proaktive Massnahmen und Prävention ist dabei ebenso zentral wie ein effizienter Datenaustausch sowie vertiefte Kooperationen mit privaten Partnern. Nur durch ein koordiniertes, systemisches Vorgehen kann es gelingen, den veränderten Kriminalitätsformen wirksam zu begegnen und die Kriminalität langfristig effizient zu reduzieren.