Zunahme an Cyberkriminalität während Corona
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Zunahme an Cyberkriminalität während Corona

Digitale Delikte sind während der Corona-Pandemie im Kanton St.Gallen markant gestiegen. Die Ursachen dafür dürften unterschiedlicher Natur sein. Die Cybersicherheit nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein und gewinnt enorm an Bedeutung.

Ein Viertel der Schweizer KMU war schon Opfer eines folgenschweren Cyberangriffs. Von den schweizweit zirka 38’250 angegriffenen KMU trug rund ein Drittel (12’930 KMU) einen finanziellen Schaden davon. Rund jeder zehnte Angriff hatte einen Reputationsschaden und/oder den Verlust von Kundendaten zur Folge. Der entstandene Schaden durch Cyberkriminalität im Kanton St.Gallen beläuft sich auf mehrere Millionen Franken. Dabei ist der finanzielle Schaden bei Ransomware (Verschlüsselung der Firmendaten) am Höchsten. Dicht dahinter folgen Betrugsphänomene wie Online-Anlagebetrug, CEO-Betrug (im Namen des CEO per E-Mail die Finanzabteilung zu Transaktionen verleiten) sowie BEC-Betrug (Ändern der IBAN-Nummer bei bestehenden Kundenbeziehungen).

Während der Pandemie stiegen die angezeigten Cyberdelikte im Kanton um 30 bis 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr markant an. Die effektive Anzahl der Cyberdelikte ist jedoch viel höher als ausgewiesen, da aus verschiedenen Gründen nicht alle Tatbestände zur Anzeige gebracht werden. Als mögliche Ursache für die Zunahme der digitalen Delikte werden unter anderem die notgedrungene Digitalisierung des gesamten gesellschaftlichen Lebens, der Lockdown und die weiteren Corona-Massnahmen in den folgenden Monaten gesehen. Es wurde eine Verlagerung von «analogen» zu «digitalen» Delikten aufgrund der europäischen und weltweit eingeschränkten Reisemöglichkeit festgestellt. Während Monaten wurden immer weniger Einbruchdiebstähle verzeichnet. Durch die Ladenschliessungen, abgesehen von den zwingend notwendigen Geschäften für den täglichen Gebrauch, erlebte der Onlinehandel einen regelrechten Boom. Dies zeigte sich auch im Verhalten beim Bezahlen mit Bargeld. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Bargeld durch Karten- und Online-Zahlungen nahezu ersetzt. Dadurch stiegen die Angriffe auf die Zahlungssysteme, aber auch die Delikte im Bereich der Kleinanzeigeplattformen und Online-Shops. Dieser rasante Wandel von «analog» zu «digital» war eine grosse Herausforderung für die verantwortlichen Personen der Cybersicherheit. Gezwungenermassen musste innerhalb kürzester Zeit auf Homeoffice umgestellt werden. Die dazu benötigte IT- und Cyber-Sicherheit konnte nicht mehr vollumfänglich gewährleistet werden. Die Gründe dafür sind die hohen Kosten, der Zeitdruck und das fehlende Know-how in den Betrieben, Firmen und Privathaushalten. Abschliessend kann festgehalten werden, dass die Pandemie und deren Folgen die Entwicklung der Cyberkriminalität im negativen Sinn beeinflusst hat. Es ist auch künftig mit noch mehr Cyberdelikten zu rechnen, zumal die aktuelle Jahresstatistik bereits vor Ende des dritten Quartals den gleich hohen Stand wie Ende des Jahres 2020 aufwies.

Bild: Vom Einbruch zum Cyberdelikt, vom Bargeld zur Onlinezahlung und von Einkaufsmeilen zum Onlinehandel. All dies ist eine grosse Herausforderung für die verantwortlichen Personen der Cybersicherheit. [Quelle: Eigenbearbeitung Kantonspolizei St.Gallen; 29.03.2022]