Vorwort des Departementvorstehers
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Vorwort des Departementvorstehers

Wussten Sie, dass ein Polizist oder eine Polizistin im Kanton St.Gallen rund 637 Bürgerinnen und Bürger betreut? Diese Zahl erklärt der Fokusbericht-Artikel zur Polizeidichte. Damit landet die Kantonspolizei St.Gallen auf dem 21. Rang von 26 im interkantonalen Vergleich. (Bei dieser Zahl ist zu beachten, dass die Stadtpolizei mit ihrer im Vergleich zur Kantonspolizei viel höheren Polizeidichte sowie die ausschliesslich in der Stadt St.Gallen eingesetzte Stadtorganisation der Kantonspolizei nicht berücksichtigt sind.)

«Es ist wichtig, dass die Kantonspolizei St.Gallen diese Polizeidichte durch zusätzliche personelle Ressourcen verbessern kann. Anders als die meisten anderen Ämter der Staatsverwaltung handelt es sich bei der Kantonspolizei um eine Organisation, die während 24 Stunden an 7 Tagen pro Woche abruf- und einsetzbar sein muss. Neue kriminalpolizeiliche Phänomene wie beispielsweise die Cyberkriminalität oder Covid-Betrügereien zeigen, wie wichtig Anpassungen bei der Polizei bezüglich Arbeitsweise und Arbeitsabläufe sind. Um die Zunahme von rund 30 bis 60 Prozent von solchen Fällen im vergangenen Jahr aufarbeiten zu können, müssen Fachspezialistinnen und -spezialisten eingesetzt oder normale Polizeikräfte in dem Spezialbereich professionalisiert werden. Dies ist eine von vielen Erkenntnissen, die der Fokusbericht der Kantonspolizei St.Gallen aufdeckt.»

Die Kantonspolizei St.Gallen will mit dem Fokusbericht, dem ersten digitalen Geschäftsbericht, Bürgerinnen und Bürgern sowie allen interessierten Personen den Zugang zur digitalisierten Welt erleichtern. Indem die Kantonspolizei im Fokusbericht moderne digitale Technologien und Methoden einsetzt, gestaltet sie den digitalen Wandel ein Stückweit mit und sie erbringt damit einen Beitrag zum digitalen Wandel ganz im Sinne der aktuellen Schwerpunktplanung der Regierung (2021-2031).

«Ich bin überzeugt davon, dass im 21. Jahrhundert, wo es keine Dorfpolizistinnen und -polizisten im eigentlichen Sinne mehr gibt, die Kantonspolizei St.Gallen auf eine andere Weise eine Nähe zur Bürgerin und zum Bürger aufbauen kann. Nur so kann das Vertrauen in die Polizeiarbeit erhalten und eventuell sogar noch gestärkt werden.»

Obwohl die Kantonspolizei St.Gallen mit dem Fokusbericht Offenheit und Transparenz lebt, wird es auch künftig immer Bereiche geben, die nicht gezeigt werden können und dürfen. Noch nicht abgeschlossene Strafverfolgungen werden in diesem Verfahrensstadium immer geheim bleiben und dem Amtsgeheimnis unterstehen müssen. Im Vordergrund des Fokusberichtes stehen also die Meilensteine des Korps und Veränderungen, welche die Kantonspolizei St.Gallen durchlebt und nicht die einzelnen polizeilichen Ereignisse an sich. Trotz diesem «Amtsgeheimnisvorbehalt» zeigen immer wieder durchgeführte Befragungen in der Bevölkerung, dass diese in die Organisation und die Arbeit der Polizei besonders hohes Vertrauen hat. Eine für das Jahr 2019 durchgeführte Erhebung des Bundesamts für Statistik hat einmal mehr zu Bestwerten geführt. So vertrauen 68,4 Prozent der Bevölkerung der Polizei. Der Vergleich zum schweizerischen Rechtssystem mit 56,8 Prozent ist um einiges tiefer.

«Als Politiker hätte ich gerne die Vertrauenswerte der Polizei. Leider ist aber das Vertrauen ins politische System in der Schweiz mit 47,1% rund 20% tiefer als zur Polizei.»

Ein Augenmerk möchte ich hier auch auf die Präventionsarbeit der Kantonspolizei St.Gallen richten. Prävention ist bereits heute wichtig und sie wird in Zukunft noch viel wichtiger werden. Die Bevölkerung und auch die Politik fordern von der Polizei, dass sie Delikte verhindern kann. Dies bedeutet aber, dass die Polizei zumindest teilweise einschreiten kann, bevor eine Tat passiert. Dieser Entwicklung nachkommend, hat die Kantonspolizei St.Gallen eine eigene Bedrohungsmanagement-Abteilung aufgebaut. Diese Abteilung bearbeitet auch Fälle, bei denen noch keine strafbaren Handlungen geschehen sind oder diese sich in einem Anfangsstadium befinden.

«Wichtig ist, dass sich Betroffene von Gewalt, Stalking und ähnlichen Delikten bei der Polizei melden, damit wir eine professionelle Gefährdungseinschätzung vornehmen können. Aussagen von früher im Sinne von «Muss denn zuerst etwas passieren?» , sollen der Vergangenheit angehören.»

Der multimedial aufbereitete Fokusbericht ist nebst Texten auch mit einem Podcast und Videos bestückt. Und nun, geschätzte Leserschaft, tauchen Sie ein in die Arbeit der Polizisten und Polizistinnen und «lesed, lueged und losed» Sie sich durch den ersten Fokusbericht der Kantonspolizei St.Gallen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen.