Gefährliche synthetische Cannabinoide
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Gefährliche synthetische Cannabinoide

Synthetische Cannabinoide haben in den Nachbarländern der Schweiz bereits zu mehreren Todesfällen geführt. Aufgrund des Preiszerfalls von legalem CBD-Hanf im letzten Jahr dürfte sogenannt lackierter CBD-Hanf künftig auch hierzulande zur grossen und schlimmstenfalls gar tödlichen Gefahr für Konsument/-innen werden.

In den vergangenen Jahren führte der irrtümliche Konsum von synthetischen Cannabinoiden in den Nachbarländern der Schweiz, vorwiegend in Deutschland, zu mehreren Todesfällen. Die Konsument/-innen sind jeweils der Meinung, natürlichen Hanf zu rauchen und konsumieren dabei irrtümlich eine Überdosis synthetischer Cannabinoide. In der Schweiz sind glücklicherweise noch keine Todesfälle bekannt. Allerdings wurden im Kanton St.Gallen im Jahr 2021 über 100 Kilogramm Hanf sichergestellt, der mit synthetischen Cannabinoiden versehen war. Zudem ist es der Kantonspolizei St.Gallen gelungen, zwei sogenannte «Lackierwerkstätten» auszuheben, in denen legaler CBD-Hanf mit illegalen synthetischen Cannabinoiden besprüht wurde. Diese illegale Substanz wird meist im Darknet in China und den Niederlanden bestellt und auf dem Postweg geliefert. Zehn Gramm Pulver kosten zirka 50 Franken. Mit dieser Menge können rund 25 Kilogramm legaler CBD-Hanf in hochwertiges, gefährliches Cannabis verwandelt werden. Dieses wiederum ergibt zirka 100’000 Joints.

Das Pulver wird in einem Lösungsmittel (oft Aceton) aufgelöst und mittels Spritzpistole auf den CBD-Hanf aufgetragen. Da das Auflösen und Auftragen oft unkontrolliert gemacht wird, kann es zu sehr hohen Dosierungen und dadurch anschliessend zu gefährlichem Cannabinoidkonsum kommen.

Dieser Trend dürfte weiter anhalten, da der mengenmässige legale CBD-Anbau auf einem sehr hohen Niveau (60 Anbauer im 2021) steht, die Nachfrage hingegen markant gesunken ist. Das zeigt sich im deutlichen Preiszerfall. Während im Jahre 2019 ein Kilogramm CBD-Hanf noch rund 6’000 Franken kostete, lag der Preis im Jahr 2021 lediglich noch bei rund 400 bis 600 Franken pro Kilogramm. Mit dem Einsatz von synthetischen Cannabinoiden kann für wenige Franken der tiefe Verkaufswert des ursprünglichen CBD-Hanfs auf rund 4’500 Franken pro Kilogramm gesteigert und fast der ursprüngliche Gewinn erzielt werden. Die Kantonspolizei St.Gallen ist sensibilisiert und hat ein Augenmerk auf diese Entwicklung.